Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Auftaktseminar zum Strafvollzug in Tsaghkadzor

Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Auftaktseminar zum Strafvollzug in Tsaghkadzor

Praktische Fragen des Strafvollzugs im Hinblick auf internationale Standards waren Inhalt eines Auftaktseminars, das die IRZ am 4. und 5. Mai 2017 in Tsaghkadzor veranstaltete. Partner war das Strafvollzugsdepartment des Justizministeriums der Republik Armenien.

Als deutschen Referenten konnte die IRZ den Leitenden Regierungsdirektor Thomas Müller, Anstaltsleiter der Justizvollzugsanstalt Karlsruhe, gewinnen. Bei seinen Vorträgen stellte Thomas Müller unter anderem die Behandlung von Gefangenen, kriminogene Faktoren, Diagnosemöglichkeiten, Risikobewertung, Behandlungsmaßnahmen und Vollzugsplanung sowie den organisatorischen Aufbau von Gefängnissen anhand verschiedener Organigramme dar. Er stellte des Weiteren auch spezielle modulare Behandlungsprogramme für Sexualstraf- und Gewalttäter und die Arbeitsmöglichkeiten für Gefangene in Westeuropa vor. Auch Disziplinarmaßnahmen gegen Gefangene waren Thema der Veranstaltung.

Auf armenischer Seite skizzierte Gevorg Simonyan, Leiter der Justizvollzugsanstalt Armavir, die Situation der Arbeitsmöglichkeiten der Gefangenen in Armenien.

Unter den rund 55 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Veranstaltung waren zum größeren Teil Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Justizvollzugsanstalten aus ganz Armenien sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Strafvollzugsdepartments des Justizministeriums. Erfreulicherweise zeigten das neustrukturierte Bildungszentrum des Justizministeriums sowie das armenische Büro des Ombudsmannes Interesse an dem Seminar. Von beiden Institutionen nahmen ebenfalls einige Vertreterinnen und Vertreter teil.

Diese erste Veranstaltung zum Thema Strafvollzug, die für eine zahlenmäßig große Teilnehmerschaft mit vielen verschiedenen Ansprechpartnern durchgeführt wurde, diente als Auftaktseminar für weitere Seminare, die mit kleinen Gruppen in den einzelnen Justizvollzugsanstalten durchgeführt werden sollen. Bis dahin wurden die Vertreterinnen und Vertreter der Justizvollzugsanstalten gebeten, ausgewählte Themen weiter zu besprechen und die Ergebnisse bei den späteren Seminaren zu präsentieren. Diese Schulungen können dann dementsprechend gezielter und vertiefter durchgeführt werden.